Leserbrief

Fünf vor zwölf oder fünf nach zwölf?

Im Jahr 2007 wurde von jungen Abgeordneten des ÖVP-Parlamentklubs eine Broschüre mit dem Titel "Sind wir noch zu retten? Klimaschutz beginnt zu Hause" herausgegeben.
Außer wirklich guten Informationen für jeden Einzelnen sind im Vorwort bemerkenswerte Aussagen der damals aktiven ÖVP-Politiker Wilhelm Molterer (Vizekanzler und Bundesparteiobmann) und Wolfgang Schüssel (Bundeskanzler a.D. und damaliger Klubobmann ) enthalten und man stellte sich die Frage "Wo steht die Welt - es ist 5 vor 12".
Folgendes steht im Vorwort: Durch die von den Ministern J. Pröll und M. Bartenstein " ...ausgearbeitete Klimastrategie gehen wir ein ein neues Zeitalter, weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energien. Gleichzeitig nutzen wir den Klimaschutz auch als offensive Chance für die österreichische Wirtschaft, wir investieren mehr Geld als je zuvor für Innovationen in die Öko-Technologie und geben damit Impulse für mehr Beschäftigung und Wachstum in Österreich: eine Win-Win-Situation für Menschen in unserem Land, ebenso wie für unsere Betriebe und vor allem für die nächsten Generationen". Große Worte, denen keine weitreichenden Taten folgten!
Ein gleichberechtigtes Neben- bzw. Miteinander von Wirtschaft und Umweltschutz zusammen mit bewusstem Handeln von uns allen sehen wir als einzige Chance, den immer mehr erkennbaren Auswirkungen des Klimawandels etwas entgegenzusetzen. Zum Glück - siehe Wahlergebnis - gibt es auch in Österreich immer mehr Menschen, die sich dieser Problematik bewusst sind. Interessanterweise aber mehr in den Städten als im ländlichen Bereich. Dies ist deshalb verwunderlich, da gerade die Land- und Forstwirtschaft besonders unter den Schäden der Klimakrise leidet, obwohl dieser Bereich selbst nur ein relativ kleinen Teil der Umweltschäden hervorruft.
2007 war es fünf vor zwölf , jetzt ist es sicherlich bereits später und wenn weiterhin nur zögerlich Maßnahmen gegen den Klimawandel gesetzt werden, dann wird es bald 5 nach 12 sein! Es bedarf mutiger Schritte ohne Blick auf das Wohlwollen einzelner Wählergruppen, sonst drohen uns nicht nur die Folgen des Nichthandelns, sondern auch Strafzahlungen in Milliardenhöhe.
Dieses Geld wäre besser - siehe oben - in Innovationen und Subventionen der Öko-Technologie angelegt.

Reinfriede und Wolf-Dieter Prosinger, 5571 Mariapfarr

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