Leserbrief

Gaißaus unendliche Geschichte

Seit 1982 bin ich Pächter einer Skihütte auf dem Spielberg in Gaißau. Über die vielen Jahre habe ich die Geschichte des Skigebiets, der Liftanlagen und ihrer Besitzer (Pesendorfer, Saalbach, Leitner, obskurer Chinese) verfolgt. Die Fehlentwicklungen waren alle hausgemacht.

Die umliegenden Gemeinden und Tourismusverbände, die in ihren Prospekten stets mit dem Skigebiet geworben hatten, sind an der jetzigen Situation nicht schuldlos, immer hatte es geheißen: "Es wird schon irgendwie weitergehen." Weil es an Visionen fehlte und auch Grundbesitzer finanziell unterschiedliche Vorstellungen hatten, wurden Wieserhörndl, Spielberg, Anzerberg und Co. leichte Beute auswärtiger Investoren - mit dem sattsam bekannten Chaos, derzeit noch fehlenden Vertragsunterschriften und dem möglicherweise bitteren Ende.

Dass dieses den neuen Eigentümern teuer zu stehen kommen könnte, sei noch angemerkt: Der Abbau der bestehenden Anlagen wurde im Vorjahr von einem Fachmann des Landes mit rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt und der angestrebte Verkauf der beinahe museumsreifen Anlagen dürfte nicht leicht zu realisieren sein; denn Russland und seine Nachfolgestaaten installieren längst moderne Lifte und kaufen keinen Altbestand mehr.

Prof. Joachim Glaser, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 21.01.2021 um 12:30 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gaissaus-unendliche-geschichte-92865031

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