Leserbrief

Garage ist nur sehr selten ausgelastet

Im Räumlichen Entwicklungskonzept der Stadt Salzburg (REK) gibt es konkrete Kapitel, u. a. auch zum Verkehr. Für die Wahl, ob man zu Fuß, mit dem Rad, mit Öffis oder mit dem eigenen Pkw mobil sein will, ist das Angebot an Stellplätzen ein wesentliches Entscheidungskriterium. Das haben andere Städte längst erkannt. In Bern z. B. - etwas kleiner als Salzburg - reduziert man das Angebot in naher Zukunft um 8000 Stellplätze.

Bürgermeister Harald Preuner und die Stadt-ÖVP setzen hingegen auf die Stellplatz-Vermehrung. 650 Parkplätze sollen im Mönchsberg um 40 (oder mehr) Millionen Euro neu entstehen. Von geschätzten 800 Oberflächen-Stellplätzen des linken Altstadtbereichs soll nur ein Bruchteil, nämlich 125, in den Berg verlegt werden. In Salzburg gibt es also eine zentrumsnahe Vermehrung von 525 Stellplätzen.

Die Auslastung der bestehenden Garage ist nur zu wenigen Spitzenzeiten gegeben (eine Minute Auslastung = Tagesauslastung). Die Dauerparkplätze könnten bereits jetzt in die bestehende Garage integriert werden. Auch sollte es im Zeitalter der Digitalisierung möglich sein, Festspielbesuchern Vorrang einzuräumen.

Die Stadt-ÖVP hat in der Vergangenheit sehr zum Ruf der autogerechten Stadt beigetragen. Mit dem Bau wird die Anziehungskraft für den Individualverkehr ins Zentrum verstärkt. Man erinnere sich an das Geschrei der Altstadt-Wirtschaft, wenn es um die Erweiterung von Fußgängerzonen ging. Hier erleben wir es wieder.


Erwin Krexhammer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 27.05.2022 um 07:44 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/garage-ist-nur-sehr-selten-ausgelastet-115737478

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