Leserbrief

Garagenausbau ist Zeugnis klimaschädlicher Politik

Klar, Mobilität ist unverzichtbar, effektiver Klimaschutz aber eben auch. Wir müssen heute klimafreundliche Entscheidungen treffen, nur so ist eine sozial gerechte Zukunft möglich. Der geplante Ausbau der Mönchsberggarage und der immer noch steigende Bestand von mittlerweile mehr als 80.000 gemeldeten Pkw in der Stadt sind Zeugnis einer klimaschädlichen Politik. Der Platz für Autos hat offenbar Vorrang vor der Lebensqualität des einzelnen. Zum Vergleich: 12 m² als Anwohnerparkplatz kosten etwa 50 Euro, ein WG-Zimmer hingegen etwa 5000 Euro Miete pro Jahr, das hundertfache! Die Benutzung der P&R-Parkplätze kostet 15 Euro pro Tag. Wer direkt in die Innenstadt fährt, parkt in der Mönchsberggarage acht Stunden für gerade einmal 6 Euro.

Eine autofreie Stadt hingegen, mit kostenlosem ÖPNV und P&R-Parkplätzen ist attraktiv und zeitgemäß, sozialer, leiser, klimafreundlicher und grüner, mit Platz für Fußgänger, Radfahrer, Bäume, Spielplätze und anderen Nutzungen, die dem sozialen Leben dienen. Das sollten wir uns leisten können.

Übrigens: Damit wir das 1,5 °C-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommen erfüllen können, stehen jedem Menschen jährlich etwa 1,5 bis 2,5 t CO2-Äquivalent zu. Alleine der Verkehrssektor im Land verursacht aber schon 1500.000 t CO2 und damit umgerecht 2,7 t CO2 pro Kopf.

Lukas Bofinger, 5026 Salzburg

Aufgerufen am 16.05.2022 um 09:56 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/garagenausbau-ist-zeugnis-klimaschaedlicher-politik-115735894

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