Leserbrief

Gastroregel ist verfassungswidrig

Die Aufzählung der Verfassungswidrigkeiten etlicher Grundrechtseingriffe der Regierung inklusive fehlender Dokumentation bezüglich deren Abwägung mit anderen Grundrechten widerspiegelt nur eine politische beziehungsweise gesamtgesellschaftliche Entwicklung, welche sich seit Jahren als Produkt scheibchenweiser Einengung demokratiebewussten Verständnisses schlussendlich durch Covid-19 manifestiert hat. Wir ernten nun die Früchte des "Briefings" einer Generation von Politikern und Entscheidern, deren einziges Interesse darin besteht, entweder auf Wahlergebnisse zu schielen oder sich als Topmanager positive Zahlen gutschreiben lassen zu können. Jahrelange Einsparungen in sozialen, medizinischen oder Bildungsbereich - um nur einige zu nennen - fallen uns jetzt einfach auf den Kopf. Nicht nur konservative Politiker haben Sparprogramme verordnet, deren Auswirkungen durch Corona wie durch ein Brennglas sichtbar werden. Mahner und Kritiker diverser Zustände wurden und werden entweder als realitätsferne Träumer, Globalisierungsgegner oder Verschwörungstheoretiker diffamiert. Differenziertes Denken ist nicht erwünscht, ausschließlich die schnelle Lösung ist erwünscht. Von diesen (Fehl)entwicklungen ist schlichtweg jeder Lebensbereich betroffen. Egal ob Privatbereich, Wirtschaft oder öffentlicher Dienst, kritisches Hinterfragen mit möglichen Lösungsvorschlägen ist äußerst verpönt. Wenn es früher auch nicht besser war, wie oft argumentiert wird, heißt das nicht, den Anspruch, es jetzt besser zu machen, zu negieren.

Kurt Hochmann, 8680 Mürzzuschlag

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