Leserbrief

Gedanken zu Heute

"Was mich nicht betrifft, geht mich auch nichts an." Das ist so der klassische Satz des Österreichers, der seinen eigenen Garten mit dem Messer verteidigt, aber ansonst dem Floriani-Prinzip näher steht. Besonders augenfällig beobachtet man dieses Phänomen im Umgang mit der Natur. Allzu gerne spricht man von der großartigen Naturlandschaft Österreichs und der intakten Natur. Dass jedoch der Großteil dieser Naturlandschaft im Laufe der letzten Jahrtausende vom Menschen maßgeblich umgestaltet wurde, ist nur wenigen bewusst. Aber damals geschah es noch weitgehend im Einklang mit der Natur. Jedoch jetzt sind wir genau dort angekommen, wo wir versuchen der Natur systematisch an den Pelz zu rücken. Verbauung, Versiegelung und ästhetische Verschandelungen sind nicht mehr aufzuhalten. Tradition, Rückbesinnung und im Einklang leben mit der Natur hat sich aus den Köpfen vieler Menschen gänzlich verabschiedet. Die Wirtschaft zum Wohlergehen des Individuums zwingt uns den Stempel auf. Menschen, die sich dagegen stemmen, werden meist ignoriert oder als Spinner abgetan. Unsere Politiker versichern nach jeder Wahl, dass sie über ihr eigenes Klientel hinaus alle Menschen vertreten wollen, nur ist dem nicht so. Was Ihnen nicht in den Kram passt, da wird weggeschaut, da wird ignoriert oder sie verstecken sich hinter einem Gesetz. Das geht gut, bis die Menschen das einmal nicht mehr akzeptieren, Anfänge gibt es ja bereits. Sollte sich das Ganze einmal zu einer Bürgerbewegung entwickeln, dann haben die Verantwortlichen von Heute das zu verantworten, was sie momentan an der Natur verbrechen.

Mag. Dr. Horst Ibetsberger, 5163 Mattsee

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