Leserbrief

Gedanken zum Swap-Urteil

Während von den sieben Angeklagten die einzige Frau mannhaft zu ihren Taten stand und sich schuldig bekannte, putzten sich ihre männlichen Kollegen auf der Anklagebank bei ihr ab - Frau Rathgeber hätte von sich aus gehandelt -, eine Verteidigungs-Strategie, der die Generalprokuratur "in keinster Weise folgen wollte", das berichten die SN am 16. Mai.

Weil ihnen Salzburger Anwälte nicht gut genug waren, beauftragten die sechs Männer Verteidiger aus anderen Bundesländern, und die versuchten, der relativ jungen Richterin (!) die Schneid abzukaufen. Aber diese resolute Dame ließ sich nicht beirren, die Generalanwälte verwarfen alle von den Verteidigern vorgebrachten Einwände und betonten gleich mehrfach, dass das Erstgericht "eine rechtlich einwandfrei Beurteilung" vorgenommen habe,

Auffällig ist die unterschiedliche Fürsorge der in erster Instanz verurteilten Politiker/Beamten seitens der Arbeitgeber: Während das Land keinen Anlass sah, deren Rechtskosten zu finanzieren, ihre Beamtin Rathgeber wie eine heiße Kartoffel fallen ließ und lange vor Rechtskraft ihrer Verurteilung fristlos entließ, beließ die Stadt ihre Spitzen-Beamten mit vollen Bezügen in Amt und Würden und übernahm großzügig die Kosten - auf das Risiko, dass die ca. 1,3 Mill. Euro trotz einer endgültigen Verurteilung uneinbringlich werden könnten.

Helmut Hintner, 5020 Salzburg

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