Leserbrief

Gefahr des Populismus

Im Leitartikel von Manfred Perterer vom 26. 1. wird der immer mehr verbreitete Populismus sehr treffend beschrieben. Der Weg der Sachlichkeit ist im Umgang damit sicherlich der einzig richtige, doch zielt Populismus naturgemäß auf jene ab, die für diese Art der oberflächlichen Stimmungsmache empfänglich sind. Die Zahl der Stimmen für eine Partei vom rechten Rand zeigt ja bereits eine Geisteshaltung, die sich in unserem Land immer mehr zu verbreiten scheint. Es geht hier aber nicht um die "Nazikeule", die gerne in selbst mitleidigem Ton zitiert wird. Es geht um Rassismus und Hetze, um Diskriminierung von Frauen, dem Leugnen des Klimawandels. Die Gemeinsamkeit dieser Punkte ist die zunehmende Normalität, die sie in unserer Gesellschaft erreichen. Man unterliegt oftmals bereits einem Argumentationszwang, wenn man diesen Themen sachlich fundiert begegnet. Genau das ist die wirkliche Gefahr. Eine Gefahr, die bereits jetzt Schrecken hervorrufen sollte, wenn man aus der Geschichte gelernt haben will. Ich für meinen Teil möchte in Zukunft auch in der Öffentlichkeit und in der Diskussion mit Andersdenkenden dazu stehen, dass ich ein Gutmensch bin, da mir der - auch populistisch indizierte - Bedeutungswandel hin zum Schimpfwort, nicht nur gleichgültig ist. Ich weigere mich auch das vermeintlich Gegenteilige als erstrebenswert zu erachten, da ich mich aus tiefster Überzeugung dagegen verwehre ein Schlechtmensch zu werden.


Dipl.-Ing. Mag. Alexander Streitberger, 5111 Bürmoos

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