Leserbrief

Gefühlskälte statt Bildung

Zu "Schulregeln: Grüßen, kein Schmuck, keine Umarmung" (SN vom 8. 11.):

Schulregeln bzw. Hausordnungen in Schulen sind eine wichtige und notwendige Festlegung, um Schülerinnen und Schülern einen Rahmen für ihr Verhalten zu geben. Wichtig ist zwar eine Hausordnung in Bezug auf das richtige und respektvolle Verhalten zu Lehrpersonen und im Umgang miteinander. Sobald diese Regeln jedoch in die Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler eingreifen, sehe ich ein großes Problem dabei, zu entscheiden, wo die Grenze liegt.

In einer Schule soll beispielsweise die Gemeinschaft gestärkt werden, anstatt zwischenmenschliche Gesten zu verbieten. Kommt es dann auch noch zum Verbot von auffälligem Schmuck und Schminken, ist meiner Ansicht nach der Eingriff in die Privatsphäre der Jugendlichen überschritten. Wer soll darüber entscheiden, was zu viel ist? Wir leben in einer Welt, in der Individualität gefördert werden müsste, statt sie zu verbieten.


Anstatt die grundlegenden Probleme der Bildungspolitik zu lösen, wird hier eine sinnlose Diskussion über ein völlig unbedeutsames Thema geführt.

Annika Lebeiner (15 Jahre), Schülerin der 6. Klasse des Musischen Gymnasiums in Salzburg

Aufgerufen am 24.08.2019 um 04:45 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gefuehlskaelte-statt-bildung-60978988

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