Leserbrief

Geistige Landschaftspflege

Zum Leitartikel von Andreas Koller vom 20.6.:

Ja, Sklavenhändler, Kolonisatoren, Nazischergen sowie deren unzählige Opfer sind leider Teil der europäischen Geschichte, einer Geschichte, die wir nicht vergessen und deshalb auch nicht aus dem Blickfeld verbannen dürfen. Aber eben genau dieses Blickfeld erscheint mir wichtig zu sein. Umstrittene Monumente auf hohem Sockel für Unterdrücker und Mörder versus Stolpersteine in der Erde für deren Opfer?

Angemessener erscheint es mir wohl, dieses Verhältnis umzukehren, denn es macht sehr wohl einen Unterschied, ob wir zu Statuen "aufschauen" oder auf kleine Stolpersteine " treten" (auch wenn das Denkmal mit fundierten Erklärungen oder künstlerischen Interventionen als Mahnung versehen ist).

Es war absolut richtig die steinernen Ebenbilder von Leopold II und Colston zu stürzen, denn auch mitten in der Demokratie sind geistige Landschaftspflege und der stets kritisch hinterfragende Blickwinkel vonnöten.


Barbara Cochet, 5020 Salzburg

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