Leserbrief

Gelbe Karte für Hr. Inama

Bezugnehmend auf die Samstagausgabe der SN "Kirche in Finanznot" (vom 24.11.) legt Herr Inama dar, weshalb aus seiner Sicht bei nicht systemrelevanten Aufgaben massiv eingespart werden soll und die Kirche sich auf die schönsten und besten Früchte konzentrieren solle.
Geht's noch Herr Inama?
Da habe ich wohl im Religionsunterricht und in den Aussagen von Bischöfen sowie von Papst Franziskus etwas falsch verstanden.
Natürlich braucht die Kirche finanzielle Mittel um ihre jetzt noch vielfältigen Ausgaben zu bewältigen. Dazu tragen auch viele Gläubige mit der Bezahlung ihrer Kirchensteuer bei, die übrigens mit jeder Lohnerhöhung mit steigt. Ich hoffe nicht, dass der oder die überlegt, ob diese Kirche für ihn noch "systemrelevant" sei, denn beten, glauben, heiraten und sterben kann man auch ohne "Amtskirche".
Also kommt es sehr wohl auf die Notwendigkeit der Kirche an, sich um den Rand der Gesellschaft zu sorgen. Hier zu sparen widerspricht dem Gebot der Nächstenliebe ebenso, wie den Mitarbeitern der Diözese keinen gerechten Lohn zu bezahlen und sie in Angst zu belassen, als nicht systemrelevant gekündigt zu werden.
Herr Inama, ich bin zwar kein Schiedsrichter, trotzdem erhalten Sie von mir die gelbe Karte, weil die Spielregeln der katholischen Kirche andere sind als die einer Bank.
Warum werben Sie nicht um Solidarität bei den der Kirche verbundenen Orden, um eine ausgeglichene Bilanz zu erzielen. Wenn Sie die Kirche als Dienstleistungsbetrieb sehen, sollten Sie stolz sein, was kann die Kirche sonst sein?

Willi Goldner, 5204 Straßwalchen

Aufgerufen am 30.11.2020 um 06:28 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gelbe-karte-fuer-hr-inama-61581691

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