Leserbrief

Gelbwesten gegen Geldwesen

Zum dankenswerten Leitartikel von Helmut L. Müller "Macrons Reformziel ist jetzt in großer Gefahr" (SN vom 12.12.2018) muss man sagen, dass auch der Reformator schwer angezählt ist.
Die Franzosen, die ja eine große Konflikttradition haben, halten ihm vor, dass er mit dem "Silbernen Löffel" im Mund geboren wurde und daher auf der Seite der Reichen und Schönen wäre. Was war das doch für ein Jubel im letzten Jahr, als er ihnen durch seinen Sieg die Marine Le Pen vom Halse gehalten hat?
Nun gut, für seine Eltern kann man nichts und seine Karriere in der Rothschild-Bank als Investmentmanager - übrigens Pompidou kam auch aus diesem Geldhaus - kann man ihm auch nicht wirklich vorhalten. Aber die Gelbwesten-Bewegung meint halt dass er die so genannten "Kleinen Leute" dabei ganz vergisst.
Er ist in einem Dilemma, denn alles was er jetzt - natürlich viel zu spät - tut, ist falsch. Er macht Zugeständnisse und daher ist ein weiteres Reformprogramm Makulatur und wenn nicht, geht die Revolution weiter, solange bis sie ihr Ziel erreicht hat:
Macron weg - Neuwahlen her!
Die "Mutter aller Revolutionen" im Jahre 1789 hat es ja auch gezeigt, wie blutig es da zugeht und wobei die österreichische Erzherzogin Maria-Antonia ihr letales Ende gefunden hat.
Eine weitere Baustelle könnte die EU derzeit nicht verkraften, daher hoffe ich auf ein glimpfliches Ende der Zwiste in Frankreich.


Josef Blank, 5061 Elsbethen

Aufgerufen am 26.11.2020 um 05:17 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gelbwesten-gegen-geldwesen-62669920

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