Leserbrief

Gemeinden düfen sich nicht freikaufen

Wenn die Landesvorsitzende der Salzburger Kinderfreunde das Berndorfer Familienförderungsprogramm als "billiges Freikaufen" der Gemeinden von der Errichtung von Betreuungsplätzen bezeichnet, unterliegt sie entweder einem Irrtum oder einem Vorurteil.


In Berndorf gibt es keinen Mangel an qualitativ hochwertigen Betreuungsplätzen! Aber es gibt auch eine Wahlmöglichkeit und finanzielle Unterstützung für jene Eltern, die ihre Kinder in den ersten Jahren zu Hause betreuen möchten.
Es befremdet, dass man als "Kinderfreund" Eltern in Bezug auf ihre Erziehungsmaßnahmen und -ziele bevormunden möchte, indem ein externes Kinderbetreuungsangebot als die alleinige Möglichkeit zur Erziehung präsentiert wird. Soziales Lernen findet auch in der Familie und unter Geschwistern statt - nicht nur in der extern betreuten Kindergruppe.


Alle Eltern haben gute Gründe, warum und wie lange sie entweder eine familieninterne oder externe Kinderbetreuung bevorzugen. Schön wäre es, wenn beide Seiten in gleichere Weise finanziell unterstützt würden. Derzeit ist jedoch die familieninterne Betreung erheblich unterdotiert. Damit besteht für viele Familien keine echte Wahlmöglichkeit.

Mag. Eckhard Schitter, 5110 Oberndorf

Aufgerufen am 29.09.2020 um 05:11 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gemeinden-duefen-sich-nicht-freikaufen-66310537

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