Leserbrief

Gewalt in der Erziehung

Zu "Wenn Eltern überfordert sind" von Ursula Kastler:

Sehr geehrte Fr. Ursula Kastler!

Sehr aufmerksam habe ich Ihren am 29. 11. 2019 erschienen Artikel gelesen, als Sie ein überaus interessantes Gespräch mit der Psychologin und Geschäftsführerin von "die Möwe - Kinderschutzzentren" Hedwig Wölfl geführt haben. Dabei wurde über so manches Erziehungsmittel diskutiert und Möglichkeiten genannt, wie man mit bestimmten Situationen besser umgehen kann.

Der Artikel beschäftigt sich damit, dass manchen Eltern oftmals die Hand ausrutscht und es so zu einer Ohrfeige oder einem Klaps auf den Po kommt. Dies soll jedoch gar nicht aus bösem Willen passieren, sondern eher von der Überforderung und der fehlenden alternativen Erziehungsmethoden. Außerdem kommt noch dazu, dass 45 Prozent der heutigen Erwachsenen selbst noch Gewalt in ihrer Kindheit erlebt hatten. Zudem lassen sich Eltern dann auch nicht schnell mal etwas erklären, weil sie es als Einmischen betrachten. Gerade andere Meinungen oder Angebote zu diesem Thema sollten aber wahrgenommen werden.

Es hat mich sehr erstaunt, schon eher erschreckt, lesen zu müssen, dass jeder vierte Erwachsene auch heute noch seinem Kind eine Ohrfeige geben würde, wenn es sich nicht anständig benimmt. Meiner Meinung nach sind solche Erziehungsmittel nicht effektiv und bewirken eher Negatives. Denn das Ausüben von Gewalt an dem eigenen Kind, kann dazu führen, dass dieses Kind später auch gewalttätig wird. Außerdem bezweifle ich stark, dass eine Ohrfeige einem Kind zeigt, was es falsch gemacht hat, denn es bereitet nur Schmerzen und stellt es vor eine unerklärte Tatsache. Dem Kind muss verständlich und höflich erläutert werden, was an der bestimmten Situation nicht richtig war, und nur so lernt es aus Fehlern. Ich stimme Fr. Hedwig Wölfl vollkommen zu, dass Eltern Angebote annehmen und sich auch Meinungen anderer anhören sollten. Wenn es dann wirklich zu einer hitzigen Situation kommt, sollten sich die Eltern sammeln und beruhigen, um dann erwachsenen und nicht aggressiv zu reagieren. Dies ist nicht nur gut für die Eltern-Kind-Beziehung, sondern auch für unsere zukünftige Gesellschaft, die somit mit weiniger Gewalt konfrontiert wird.

Da wir wohl alle für eine gewaltfreie Zukunft sind, fordere ich jene Eltern auf, über ihre Erziehungsmethoden nachzudenken und mögliche Angebote zur Information, Beratung und Schulung wahrzunehmen.

Anna Riedlsperger, 5082 Grödig

Aufgerufen am 25.01.2021 um 12:43 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gewalt-in-der-erziehung-80425960

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