Leserbrief

Gipfel der Unsachlichkeit

Ein wenig wollte ich noch abwarten, ob den kolportierten Worten unserer Verfassungsministerin auch entsprechende Taten folgen würden: "Personen, die die Erkrankung bereits durchgemacht haben und über ausreichend Antikörper verfügen, sollen den Geimpften gleichgestellt werden", so Bundesministerin Karoline Edtstadler im "Live & Direkt"-Gespräch mit Chefredakteur Manfred Perterer (SN v. 21. 9.). Kurz vor diesem Interview noch hatte die Bundesregierung bzw. hatten die beiden Bundesminister Mückstein und Faßmann Verordnungen erlassen, in denen von allen einleitend aufgelisteten Nachweisen "über eine geringe epidemiologische Gefahr" genau, in der CoV-Maßnahmenverordnung sogar alleine (!), dieser einzige Punkt, bei dem als einzigem wirklich labordiagnostisch der Immunitätsstatus nachgewiesen wird, also der von BM Edtstadler genannte Antikörper-Befund, für die Inanspruchnahme von "Erleichterungen" gestrichen wurde. Die Verordnungen sind in dieser Form nach wie vor in Kraft bzw. beginnen erst jetzt, ihre volle Wirksamkeit zu entfalten. So zum Beispiel im Schulbetrieb, wo Schülerinnen und Schüler wie auch das Lehr- und Verwaltungspersonal, die einen positiven Antikörpernachweis nach vorausgegangener Infektion erbringen können, deren Immunität also erwiesen ist, unter anderem weiterhin drei Mal die Woche testen müssen und solcherart an den Pranger gestellt werden - und das ist einfach der Gipfel der Unsachlichkeit!

Adolf E. Reinhart, 9500 Villach

Aufgerufen am 19.10.2021 um 11:54 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gipfel-der-unsachlichkeit-110511319

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