Leserbrief

Gleichgültigkeit, Kalkül, oder was sonst?

Seit 1. Mai 2019 sind alle Ladestationen der Salzburg AG im Land kostenpflichtig.
Als Zahlungsmittel sind ausschließlich Kreditkarte und Paypal möglich, ohne Zahlungsalternativen wie z.B. bei ÖBB und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln.
Beispiel Parkplatz Messezentrum Salzburg: derzeit eine Ladesäule.
Laut Auskunft von Elektrodrive, einem Subunternehmen der Salzburg AG und Betreiber, gibt es dort "bis auf Weiteres" auch keine Erweiterungsabsichten.
Alleine in der Firma (ca. 300 Mitarbeiter), in der ich arbeite, besitzen mich eingenommen fünf Personen ein Elektroauto von hoch- bis mittelpreisig und wir alle benützen diesen Parkplatz.
Wie geht die Salzburg AG als derzeitiger Quasi-Monopolist damit um? Lademöglichkeit besteht nach dem Prinzip, "wer zuerst kommt, tankt" und besetzt damit für Stunden die einzige Möglichkeit.
Der Preis fürs Aufladen wird so (hoch) angesetzt, dass die Motivation dort aufzuladen auf null sinkt. Und sie schlägt sich in Form der Frage der Sinnhaftigkeit des Kaufes einer umweltfreundlichen Alternative und Ärger als "Mehrwert" nieder.

Aus diesen Gründen kann ich mir derzeit das Erreichen bzw. die Motivation der sogenannten breiten Masse zum Umstieg nur schwer vorstellen. Die zwei Hauptprobleme sind meiner Meinung nach die Ladeinfrastruktur und die viel zu geringe finanzielle Förderung (2019 nur noch 3.300 Euro) beim Kauf von E-Autos. Meine Begeisterung wurde dadurch zwar gedämpft, trotzdem überwiegen für mich persönlich als Pendler die Vorteile von E-Fahrzeugen noch bei Weitem.

Gabriel Forstner, 5431 Kuchl

Aufgerufen am 01.12.2020 um 07:20 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gleichgueltigkeit-kalkuel-oder-was-sonst-70899700

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