Leserbrief

Götze Elektroauto

Dass jetzt auch Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner unserem Verkehrsminister Hofer nacheifert, indem er das Elektroauto zum neuen Götzen macht, darf schon mehr als verwundern (Gratisparken und Busspuren benutzen). Vielleicht verwundert es aber auch gar nicht, denn die ÖVP agiert wirtschaftsdominiert, ohne Rücksichtnahme auf sozialen Ausgleich, nicht nur in der Bundespolitik. Wer kann sich denn bitte, abgesehen von der umweltschädigenden Erzeugung der Akkus etc., so ein Elektroauto überhaupt leisten? Eine Minderheit. Und wie kommt jemand, der nicht so viel verdient oder der den neuen Götzen nicht anbeten möchte - etwa Benutzer/-innen von Öffis und/oder überzeugte Nicht-Autobesitzer - dazu, wieder mit dem Bus im Stau zu stecken und weiter Parkgebühren zu bezahlen? Wo ist hier soziale Gerechtigkeit? Der einzige Weg, um den Verkehr nachhaltig zu verbessern, ist ein weiterer Ausbau der Öffis. Man wird den Verdacht nicht los, dass hier wieder ein Kniefall dem Wirtschaftswachstum und der Autoindustrie gegenüber stattfindet: auf Kosten derer, denen sich die Frage eines Kaufs gar nicht stellt, weil sie es sich schlicht nicht leisten können. Und auf Kosten der Umwelt.
Über die Abgehobenheit einzelner Politiker in dieser Hinsicht kann man nur staunen.

Andrea Nießner, 5020 Salzburg

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