Leserbrief

Grenz-Überschreitung

Weil meine mit mir hochschwangere Mutter wegen der Bombardierung meiner damaligen Heimatstadt München näher zu den Alpen hin (an den Tegernsee) evakuiert wurde, kam ich zwar im Jahr 1944 in Bad Wiessee auf die Welt, wuchs jedoch in München auf und absolvierte in der Hauptstadt Bayerns meine Schul- und Berufsausbildung. Auf einer Bergtour im Jahr 1969 genau über die Grenze zwischen dem Landkreis Berchtesgadener Land und dem Bezirk Tennengau traf dann unsere fünfköpfige Münchner Gruppe genau an der Grenze zwischen dem bayrischen Landkreis BGL und dem hier unmittelbar angrenzenden Teil des Landes Salzburg (Tennengau) bei gerade einfallendem Nebel auf zwei junge Bergwanderinnen, was uns veranlasste, beim Stahlhaus einzukehren und dort eine kleine Brotzeit - Verzeihung, Jaus'n - einzunehmen, bevor es dann talwärts weiterging. Das Dumme dabei war aber, dass unsere beiden neuen Bekannten - die beiden Schwestern - den Wagen drüben, unsere Münchner Gruppe dagegen herüben geparkt hatten, was zu der damaligen Zeit natürlich eine (kleine) Katastrophe (wegen des fehlenden Grenzübertritts-Dokuments meiner jetzigen Schwägerin) war, denn wir mussten daraufhin bei bei einer größeren Adneter Firma anrufen, ob eine gewisse Frau "Rosemarie" bekannt sei, was - zum Glück! - auch bestätigt wurde. Auf dem Talgrund tauschten wir dann unsere Adressen aus - als Folge dieser durch Nebel ausgelösten Irrfahrt wurde nach zwei Jahren dann unsere Ehe geschlossen, die noch bis heute problemlos intakt ist - und, was, so wie's aussieht, auch so bleiben wird.


Fritz Grasedieck, 5421 Adnet

Aufgerufen am 28.05.2022 um 06:21 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/grenz-ueberschreitung-71303311

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