Leserbrief

Grenzschließungen mit Ablaufdatum

Manche kennen den Film "Die Wand". Plötzlich - über Nacht - war sie da, die Wand: drent//herent. Jetzt gilt: "drent oder herent" statt "drent und herent". Vorher: Regionen, die zusammengewachsen sind, verbunden als Familien, Freunde und gute Bekannte, Angestellte und Arbeiter/-innen, Arztbesucher, Musizierende, Einkäufer/-innen, Freizeitaktive usw. Jetzt: Getrennte, Ausgegrenzte, Abgewiesene, Abgestempelte, Unerwünschte, vielfach Kontrollierte. Anstatt sich gegenseitig gut zu informieren, zu motivieren, zu ermutigen und zu helfen, wird mit hohem Personalaufwand ein polizeistaatliches Faktum geschaffen mit teilweise willkürlicher Auslegung der Ad-hoc-Gesetze. Aus Leserbriefen und Erzählungen erfahren wir von Maßnahmen, die nicht gerechtfertigt sind, die wehtun, verletzen und hilflos machen, wie z. B. Großgmain-Bayrisch-Gmain, Salzburg-Freilassing und Oberndorf-Laufen.

Trotz all dem bleibt die Hoffnung, dass es wieder einmal wohltuend boarisch-salzburgisch drent und herent klingt, dass der bayerische Amtsschimmel irgendwann aufhört, so laut zu wiehern, die Wand sich auflöst und wir wieder über Brücken nicht nur schauen, sondern auch gehen und fahren können.


Josef Oberauer, 5110 Oberndorf

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