Leserbrief

Grünmarkt als Nahversorger geht verloren

In den vergangenen Jahren "zieren" zunehmend Souvenirläden, etwas zwielichtig anmutende ATM (Geldausgabeautomaten, Anm.) und seit Kurzem ein Käseladen einer holländischen Kette (Was hat holländischer Gouda mit Salzburg zu tun?) das Bild der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Salzburg.

Als Salzburgerin nutze ich seit Jahren schon den samstäglichen Grünmarkt als Nahversorger. Auch den Markt am Universitätsplatz hat der zunehmende und ungerichtete Massentourismus verändert. Jausenstände und Souvenirbuden haben die früher zahlreichen Bauernstände aus der Umgebung, die das wunderschöne Bild des Marktes prägten, verdrängt.

In Zeiten der Klimakatastrophe ist für mich besonders das Beziehen von frischen Produkten aus der nahen Umgebung ein Beitrag für unsere Umwelt und auch die regionale Wirtschaft. Besonders in der jetzigen Zeit muss bewusst sein, wie wichtig regionaler und lokaler Handel unabhängig von anderen wirtschaftlichen Märkten ist. Wie im Lokalteil der "Salzburger Nachrichten" vom 6. Juni berichtet, hat sich nun der letzte Walser Bauer, Alfred Esterer, vom Grünmarkt zurückgezogen.

Spirituosen, Lebkuchen in Edelweiß-Form und Seppl-Hut können mir meine Nahversorgung nicht garantieren …


Agnes Wawrik, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 03.12.2020 um 12:29 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gruenmarkt-als-nahversorger-geht-verloren-89089267

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