Leserbrief

Gülle-Düngung wird nicht verstanden

Zu ",Gülle ist kein Parfum': Dicke Luft im Dorf" (SN vom 5. August): Sehr geehrter Herr Auinger! Ihr Artikel zur "dicken Luft" am Dorf hat mir sehr gut gefallen. Auch die ehrliche, offene Aussage durch den Raimund Perschl hat mir gut gefallen! Denn er erkennt die Problematik mit der im Vergleich zu vor 40 Jahren erzielten Milchleistung und der Bewirtschaftungsform heute! Niemand möchte jemandem die Butter vom Brot nehmen!

Dass das Ausbringen von Gülle (Mischung aus Festmist und Urin) früher in dieser Form nicht üblich war, erklärt, warum auch Einheimische, also Personen mit ländlichem Background, diese häufige Düngung nicht mehr verstehen!

Früher wurde Jauche, vulgo Suling/Adl, lediglich nach den zwei, in "guten Jahren" maximal drei Schnitten auf die abgemähten Felder verbracht. Der Festmist wurde - zur besseren Verträglichkeit und der Förderung des Bodenlebens - mindestens sechs bis zwölf Monate "abgelagert" und dann mittels Miststreuer im Herbst, kurz vor dem ersten Schneefall, auf die Felder - nicht zu dick - verteilt.

Nun, da in den modernen Ställen ohne Anbindehaltung eine Lösung zum Tierwohl gefunden werden musste, wird der Mist in eine Güllegrube geschoben und viel häufiger ausgebracht.

Da es dadurch bisweilen zu Ausbringungen von fünf bis zehn Garben auf dasselbe Feld, zusätzlich zu den Terminen, welche für die Heu- und Krummeteinbringung notwendig sind, vor derselben Haustür kommen kann, ist der Unmut der Bewohner, auch wenn sie dort aufgewachsen sind, durchaus zu verstehen. Inwiefern diese häufige Ausbringung dem Grundwasser (in manchen Gegenden ist dies die Trinkwasserreserve) schadet, ist bislang noch nicht wirklich untersucht worden, da das Land Salzburg sein Trinkwasser nur sehr selten aus dem Grundwasser bezieht. Viele Landwirte/Siedlungsgemeinschaften, welche nicht über eine eigene gute/tiefe Quelle verfügen, haben sich bereits aus diesem Grund an die Ortswasserleitung angeschlossen. Die neue Zeit fordert neue Lösungen - und hier gilt es bei Fördermitteln darauf zu achten, dass "nachhaltig" gewirtschaftet wird und dass einheimische Gräser und Vegetation erhalten bleiben. Dies ist gut für die Tiergesundheit und für die Gesundheit des Menschen!

Doris Bernhofer, 5301 Eugendorf

Aufgerufen am 18.10.2021 um 09:36 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/guelle-duengung-wird-nicht-verstanden-107661052

Schlagzeilen