Leserbrief

Halbsätze und Lügen

Zu "Wer nicht liest, muss alles glauben" (SN vom 7. 12.):

Wenn Künstler sich zu politischen Themen äußern, wird es zumeist tragisch. Der Kapellmeister Nikolaus Harnoncourt hat es gewusst: "Künstler sollte man nicht um politische Meinungen fragen - die sind genauso blöd wie die anderen Leute auch." Bei Peter Handke kommt dazu, dass man ihn missverstehen will! Bernhard Flieher kommt in seinem Essay zum Punkt.

Ja, Lesen heißt denken lernen! Wie soll das aber gelingen? Ein ganzes Viertel ist nicht fähig, gelesenes zu erfassen. Und die Hälfte der Jugendlichen liest nur, wenn es unbedingt sein muss! Also so gut wie nie! Damit gehen sie in die Falle! Es bleibt das Internet - von dem Timothy Garton Ash meint, dies wäre die größte Kloake der Menschheitsgeschichte!

Und noch ein Bonmot, weil so passend: "Der Leser hat's gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen." (Kurt Tucholsky)

Es muss also nicht Handke sein, die ganze literarische Welt steht uns offen. Und das ist auch gut so!

l

Rudolf Pril, 7071 Köttmannsdorf

Aufgerufen am 26.01.2021 um 11:32 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/halbsaetze-und-luegen-80517880

Kommentare

Schlagzeilen