Leserbrief

Handlanger

Ich hätte mehr Subtilität erwartet. Doch es ist offenbar kein Problem für Herrn Proksch, seine befremdend enge Beziehung zu Dignitas offenzulegen. Ab diesem Moment werden alle seine Versuche, Empathie für schwerkranke, leidende Menschen am Lebensende aufzubringen, zu Scheingefechten. Vollends ein Offenbarungseid sind seine jeder Grundlage entbehrende Äußerungen, eine gesetzliche Regelung der Sterbehilfe würde "der Gesellschaft weder im Großen noch im Kleinen Schaden antun". Der Druck auf die Gebrechlichen, Behinderten, Alten, sich auf irgendeine Weise aus dem Blickfeld der Gesellschaft zu schaffen, ist längst unübersehbar. Die Ärzte - welche andere Personengruppe hätte sonst die Expertise? - werden so zu Handlangern einer Kultur des Todes, die eine Verfügbarkeit über das Gut des Lebens suggeriert und die Schwächsten wie Wergwerfprodukte entsorgt, statt sich um deren tatsächliche Bedürfnisse - Zuwendung, Fürsorge und Liebe - zu kümmern. Wir sehen in den Abgrund!


Dr. med. Ursula-Maria Fürst, 5020 Salzburg

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