Leserbrief

Hinkende Impfstoff-Verteilung

Sehr geehrter Herr Chefredakteur,
Sie fragten in Ihrem Leitartikel vom 13. März nach "besseren Konzepten".
Gleichzeitig berichteten Ihre Kollegen auf Seite 4 unten, dass ohne AstraZeneca eine große Lücke im Impfplan entstünde, nämlich die 1.2 Millionen Dosen, die im zweiten Quartal eintreffen sollten. Oberhalb dieses Artikel steht aber auch, dass Österreich von 1,57 Millionen möglichen Moderna-Dosen nur 230,000 bestellt hat. Die zusätzlich verfügbaren 1.34 Millionen Moderna-Dosen könnten also die AstraZeneca Dosen mehr als voll ersetzen! Aber AstraZeneca ist ja wesentlich billiger und wir impfen Österreich daher lieber mit dem Niedrigpreis Produkt, auch wenn es nun mit einer schnell geänderten Liste von zusätzlichen Nebenwirkungen kommt und andere Länder diesen Impfstoff aussetzen.
Im gleichen Bericht liest man dann, dass von dem Österreich zustehenden Kontingent von 4 Millionen Johnson&Johnson Dosen nur 2.5 Millionen Dosen (62.5%) bestellt wurden. Die anderen 1.5 Millionen Dosen können ja andere Länder verimpfen.
Die Schuld an der hinkenden Impfstoff Verteilung liegt daher nicht beim "Impf-Bazar der EU", sondern an der Nichtausnutzung der vereinbarten und Österreich zustehenden Kontingente! Das bessere Konzept ist der Ersatz der AstraZeneca Dosen durch Moderna und die Lieferung von 4 Millionen J&J Dosen!

Dr. Martin Nüchtern, 5081 Anif

Aufgerufen am 25.10.2021 um 07:31 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/hinkende-impfstoff-verteilung-101105566

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