Leserbrief

Hintergründe zum Neubau Zillertalstraße

Zum Leserbrief "Neubau stößt auf Missfallen", Irmgard Seebacher, SN vom 18. 3. 19

Sehr geehrte Frau Seebacher,
Sie haben Recht: In der Tat ist es sehr schade um die große Gartenfläche und den schönen Baumbestand. Aber manchmal kommt man um eine eindeutig Entscheidung nicht herum: Mensch oder Baum. Wir haben uns in diesem Kontext für den Menschen entschieden und zwar für 26 Personen, die es in ihrem Leben bisher nicht leicht gehabt haben. Für sie wird der Zubau und das noch umzubauende Bestandsgebäude, das vom Habitus als heller Putzbau mit Walmdach erhalten bleibt, Heimstätte sein. Sie brauchen in erster Linie ein kleines Zimmer mit Bad und eine gute Betreuung.
Zur städtebaulichen Einordnung: Der Neubau hat drei Geschosse. Auf der anderen Straßenseite, direkt gegenüber, sind die Bauten teilweise sechs bis sieben Geschosse hoch. Ein sehr dicht verbautes Areal grenzt also unmittelbar an ein deutlich weniger Dichtes. Warum sollte also hier nicht etwas mehr an Wohnraum entstehen dürfen?
Die Fassade ist hochwertig. Ganz bewusst haben wir auf das unsägliche Styropor mit Dünnputz verzichtet und hier eine Dämmung mit Mineralwolle und vorgehängten Eternittafeln verwendet. Diese Tafeln sind in einem dunklen, dennoch erdigen Ton gehalten. Und das ganz einfach deshalb, weil dunkler gehalten Kubaturen im Ortsbild viel weniger auffällig sind als helle Gebäude.
Nach Abschluss des Umbaues werden im nächsten Jahr straßenseitig fünf größere Bäume gepflanzt (vier Tulpenbäume und eine Gleditschie), die, im Gegensatz zu den sonst üblichen Baumhänflingen, bei der Pflanzung schon einen stattlicheren Umfang von 25 bis 30 cm haben werden. Im Gartenbereich kommt noch eine Linde, eine Kirsche, eine Zwetschke und eine Marille dazu.
Mit freundlichen Grüßen

Architekt Dipl.Ing. Udo Heinrich, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 21.10.2019 um 05:08 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/hintergruende-zum-neubau-zillertalstrasse-67534705

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