Leserbrief

Hühnerfleischskandal in der EU

Vergangene Woche berichtete das Ö1 Mittagsjournal über die Visite eines grünen EU-Parlamentsabgeordneten in der Ukraine. Ein lokaler Hühner-Industriebetrieb mit 35.000 bis 40.000 Hühner exportiert illegal 70.000 Tonnen Hühnerfleisch in die EU. Das erlaubte Kontingent beträgt 35.000 Tonnen. Umgangen wird dieses Kontingent durch Export von Hühnerfleisch mit Knochen, welche dann in der Slowakei und Holland entfernt werden und sodann in der EU legal vertrieben werden kann. Dem EU-Parlamentsabgeordneten wurde der Zutritt zu diesem Industriebetrieb verwehrt, er konnte ermitteln, dass diesen Betrieb noch ein Tieramtsarzt betreten hat. Die EU-Kommission fördert diesen Industriebetrieb mit einigen Hundertmillionen Krediten und Förderungen und hat die Verwendung dieser Mittel noch nie kontrolliert. Auf die Frage nach den Konsequenzen antwortet der Abgeordnete, dass die Kommission die Exportquote von 35.000 auf 70.000 Tonnen erhöhen wird, damit dem Betrieb die illegale Umgehung erspart wird. Eine eklatante Bankrotterklärung der EU Kommission, die in Österreich weder eine erkennbare Reaktion, geschweige denn einen Aufschrei hervorgerufen hätte. Angesichts solcher Vorkommnisse sollte sich niemand wundern, wenn potenzielle Wähler der EU-Wahl fernbleiben.

Kurt Walbert, 5201 Seekirchen

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