Leserbrief

Impfpflicht für medizinische Berufe

Die Wirksamkeit der Covid-19-Impfung ist inzwischen medizinisches Faktum. Die Tatsache, dass Impfverweigerer nicht nur ein Risiko für sich selbst, sondern auch für die Allgemeinheit darstellen, ebenso. Es ist die Ablehnung der Impfung somit keine Privatsache, sondern eine gesundheitliche und in weiterer Folge finanzielle Belastung, welche der Einzelne der Gesamtheit aufbürdet. Es sollte nun die Impfung besonders für in Medizinberufen Tätige eine Selbstverständlichkeit sein. Weit gefehlt!

Gerade unter Ärzten ist die Ablehnung groß. Dies mag unter anderem folgende Ursachen haben: Ich kann mir als Arzt und somit "Fachmann" mit mehr oder weniger lauter Skepsis einer gewissen Aufmerksamkeit (PR) sicher sein. Auch ist unter Ärzten das Ego, welches nicht durch eine Doppeltür passt und sich folglich aber sicher nichts vorschreiben lässt, sehr verbreitet. Eine Impfpflicht würde neben der medizinischen Sinnhaftigkeit auch vielen Einrichtungen aus großer Verlegenheit helfen. So müssten Krankenanstalten, Standesvertretungen und Versicherer nicht jeder für sich handeln, sie könnten sich auf die generelle Vorschrift berufen. Und auch der Impfverweigerer kann leicht sein Gesicht wahren: "Dagegen bin ich immer noch, aber ich hab halt müssen!"

Dr. Rupert Grafinger, Orthopäde Salzburg

Aufgerufen am 17.10.2021 um 10:36 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/impfpflicht-fuer-medizinische-berufe-107333998

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