Leserbrief

Impfungen nicht gleichzusetzen

Zum Leserbrief "Diskussion auf Augenhöhe" vom 8. 2.:

Sehr geehrte Frau Pfanner, zu Ihrem Leserbrief bzgl. der Impfdiskussion möchte ich folgendes festhalten: Ihre körperliche Integrität steht außer Frage. Sie können sich gegen FSME impfen lassen oder nicht - wenn Sie daran erkranken, ist das allein Ihr Problem. Dies ist jedoch nicht der Fall bei der Masernimpfung. Wenn Sie sich gegen eine solche Impfung entscheiden, treffen Sie diese Entscheidung nicht nur für sich oder Ihr Kind, sondern auch für - oder in diesem Fall: gegen - Ihre Mitmenschen. Denn nur eine entsprechend hohe Durchimpfungsrate garantiert den so genannten Herdenschutz und somit den Schutz von Menschen, die sich nicht impfen lassen können - Babies zum Beispiel oder Immungschwächte wie Patienten einer Chemotherapie. Zudem profitieren Sie, wenn Sie sich nicht impfen lassen davon, dass andere die "Verletzung ihrer körperlichen Integrität", um bei Ihren Termini zu bleiben, auf sich nehmen und somit dafür sorgen, dass die Gefahr, sich mit dieser Krankheit anzustecken, relativ gering bleibt. Deswegen halte ich es sehr wohl für gerechtfertigt, den Begriff der "Impfmoral" zu bemühen. Zudem halte ich die derzeitigen Impfdiskussionen für ein Luxusproblem: Nur weil viele der hochansteckenden Krankheiten wie Polio oder Diphterie aufgrund der - bisher relativ hohen, leider sinkenden - Durchimpfungsrate relativ selten bis nie auftreten, man also auch nicht mit den Folgen dieser Krankheiten konfrontiert wird, können wir es uns (vermeintlich) leisten, nicht zu impfen.
Im aktuellen Fall ist das worst case Szenario eingetreten: Angesteckt wurden Babies, deren Mütter noch nicht einmal die Chance hatten, sich für oder gegen eine Impfung zu entscheiden, da die Kinder noch zu klein dafür sind. Wir können nur hoffen, dass sie die Erkrankung ohne Komplikationen und Folgeschäden (die auch erst Jahre später auftreten können) überstehen.


Yvonne Schwarte, 5110 Oberndorf

Aufgerufen am 25.10.2020 um 09:57 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/impfungen-nicht-gleichzusetzen-65572642

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