Leserbrief

Impfzertifikate - so einfach ist es nicht

Zu "Auf Gastronomie kommen nun Corona-Schwerpunktkontrollen zu": Die lieben Politiker stellen sich das alle immer sehr einfach vor, weil sie nie die Komplexität solcher Erlässe bedenken.

So erzählte mir ein Freund, der in der Tagesgastronomie hier in der Stadt arbeitet, ihm werden auf Nachfrage diverse digitale "Impfzertifikate" in Arabisch, Russisch Japanisch oder Hebräisch usw. von den nunmehr wieder anwesenden Touristen auf den Smartphones gezeigt. Da kann er beim besten Willen gar nicht auf die Schnelle erkennen, ob das nun ein echtes Zertifikat ist oder eine Fälschung und ob es unter Umständen auch irgendetwas komplett anderes darstellt und er getäuscht wird, denn der Service in der Gastronomie ist nun mal kein multilingualer Sprachwissenschaftler.

Die Politiker denken im Regelfall engstirnig national oder im besten Fall eventuell EU-weit. Und das oft auch nur widerwillig. So geht das nun mal nicht.

Ich selbst konnte mir hier in Salzburg, obwohl das mein einziger Wohnsitz ist, das digitale Impfzertifikat gar nicht runterladen und meine Ärztin konnte die Impfungen nicht weiter melden, da ich als deutscher Privatversicherter keine österreichische Sozialversicherungsnummer besitze. Pech gehabt.

Ich ging dann mit meinem Personalausweis und dem Gelben Impfpass mit den händisch eingetragenen Impfungen in Bad Reichenhall in eine Apotheke und hatte nach fünf Minuten meinen digitalen Nachweis, nachdem ich mir vorher noch die App vom deutschen Robert-Koch-Institut aufgeladen habe.


Kurt F. Fuchs, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 28.10.2021 um 06:06 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/impfzertifikate-so-einfach-ist-es-nicht-107240086

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