Leserbrief

Import und Export mit lebenden Tieren

Es ist mir vollkommen unverständlich, dass in Österreich Kälber von anderen Ländern lebend importiert werden, während wir selbst mehr als genug davon haben. Unsere österreichischen Kälber werden u.a. lebend nach Algerien transportiert. Zuerst zu Sammelstellen gebracht, in große LKW-Tiertransporter verladen, tausende Kilometer zu einem Hafen nach Spanien gebracht und abgeladen. Dann werden die verhungerten und verdursteten toten Tiere weggeschmissen und die anderen in ein Schiff verladen. Dort angekommen, wieder auf LKW verladen und in das Landesinnere gebracht. Und das alles, ohne getränkt zu werden. Ob im Sommer bei brütender Hitze oder im Winter bei eisiger Kälte, das ist ein Martyrium. Von der grauenhaften Schlachtung in diesen Ländern noch gar nicht gesprochen.
Bei den Kühen ist es auch nicht besser, die werden in die Ostblockländer 5.000 bis 6.000 km elf Tage lang transportiert. Dort angekommen, werden sie noch auf den LKW an den Beinen mit Seilen befestigt, später hinuntergestoßen, dann reißt es ihnen per Seilwinde die Beine nach hinten weg. Sie werden liegend am Boden bis zum Galgen dahingeschliffen, mit den Hinterbeinen hochgezogen, wo sie zappelnd bis zum nächsten Schritt hängen. Wie es dort mit den Tieren abscheulich zugeht, habe ich alles im Fernsehen im BR gesehen, unvorstellbar.
Ich habe schon an das Landwirtschaftsministerium geschrieben, aber da bekam ich telefonisch eine ganz unbefriedigende Antwort, die denken nicht daran, dieses Tierleid zu beenden. Nach meinem Ermessen ist das ein untragbarer Zustand. Österreich kauft dieses geninfizierte Rindfleisch aus Südamerika und unsere Tiere, die genfrei sind, werden exportiert.
Es wird jetzt sehr viel von der Umweltverschmutzung und der Klimaerwärmung gesprochen, aber in der Wirklichkeit läuft alles verkehrt durch unnötige Importe und Exporte.
Wo bleibt da der Hausverstand? Ich glaube, dass die Tiertransporte vom Staat auch noch gefördert werden, da sonst der Fleischpreis so hoch wäre, dass es niemand kaufen könnte. Diese Tiere sind unsere Mitgeschöpfe, die Augen, ein Herz und Gefühl haben und die uns unsere Lebensgrundlage sichern und denen tut man so ein Martyrium an.
Es ist ein Verbrechen und ich weiß nicht, wieso da alle nur zuschauen und nichts dagegen unternehmen. Meine Frage ist, wo gibt es jemand, der dieses grauenhafte Tierleid dringendst beenden könnte? Das wäre mein innigster Wunsch als alte Bäuerin i. P..

Frieda Wallinger, 5452 Werfen

Aufgerufen am 14.11.2019 um 02:21 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/import-und-export-mit-lebenden-tieren-75973819

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