Leserbrief

In Kälte, Regen und Schnee ...

Zum Leserbrief von Herrn Radlegger "Keine kriminelle Bettlermafia" in den SN vom 4. 5. 2019:
Vorweg: Es ehrt Herrn Radlegger, dass er sich für ausgegrenzte Menschengruppen einsetzt. Wenn sich Herr Radlegger jedoch am Ende seines Leserbriefes am Satz im Polizeiprotokoll festhält: "... dass Aussage gegen Aussage stehe ...", dann übersieht er dabei Wesentliches:
Ein Großteil der Stadtbevölkerung Salzburgs machte mittlerweile bereits öfters die Erfahrung, dass viele der Bettler hervorragende Schauspieler sind und die Wahrheit bei ihnen nicht denselben Stellenwert hat wie bei uns. (Ohne die Gründe dafür jetzt zu beleuchten). Hingegen ist für die Franziskaner in Salzburg die Wahrheit ein existenzielles Gut und bewusst orientieren sie sich an der Wahrheit selbst: am Herrn Jesus Christus. (Um dies zu wissen, muss man sie allerdings kennen).
Es gibt bei uns Gottseidank Polizisten mit Erfahrung und Menschenkenntnis, aber natürlich auch unerfahrene, trotz ihrer guten Ausbildung.
Zum enervierenden Thema "Bettler in Salzburg": Als ehemaliger Politiker weiß Hr. Radlegger sehr wohl, dass es Möglichkeiten und Alternativen gibt, um dieses menschenunwürdige Herumsitzen und unaufhörliche Belästigen der Passanten durch aufdringliches Betteln, zu beenden. Zumal Rumänien auch zur EU gehört.

Dazu die Gedanken vieler Einheimischer: Solange diese Menschen bei uns auch bei Kälte, Regen und Schnee... stundenlang auf ihren Plätzen ausharren, sind all jene
Personen, Organisationen und Parteien, die sich für den Verbleib der Bettler in der Stadt einsetzen, unglaubwürdig, dass es ihnen dabei wirklich und allein um das Wohl dieser Menschen geht.
Der Slogan: "Betteln ist ein Menschenrecht" müsste längst mit dem Satz ergänzt werden: "... ebenso ist die Gefährdung und die Ruinierung der Gesundheit durch stundenlanges Sitzen auf Straßen und Plätzen bei jeder Witterung ein Menschenrecht!"
Herr Hans Kutil hat in seinem beachtenswerten Leserbrief in den SN vom 2. 5. klugerweise bewusst auf den Namen jener Organisation verzichtet, welche am Verbleib der Bettler bei uns großes Interesse hat. Herr Radlegger war dadurch auf "Vermutungen" angewiesen und verwendete dafür in seinem Leserbrief den strapazierten Begriff "Bettlermafia".
Es wäre mehr als wünschenswert, dass das hohe Gut der Vernunft (Hausverstand) bei diesem Thema "Bettler in Salzburg" sehr bald die notwendige Priorität erhält.

Anna Paar-Kolbitsch, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 24.01.2021 um 11:41 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/in-kaelte-regen-und-schnee-69852526

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