Leserbrief

Informationspolitik sieht anders aus

Ein wehleidig wirkender ÖBB-Projektleiter vermittelt in seinem Leserbrief vom Samstag (17. 8.) den Eindruck, dass die ÖBB ausführlich und ernsthaft über das Projekt Tunnel Westbahnstrecke informiert hätten, dass aber die Anrainer vor allem im Raum Elixhausen kein ausreichendes Interesse gezeigt hätten. Ich kann schwer nachvollziehen, wen der ÖBB-Verantwortliche damit meint. Ich lebe im Ortsteil Katzmoos, wo direkt angrenzend eine riesige Deponie entstehen soll. Rund
15 Jahre ist direkt vor unseren Haustüren Lärm, Staub und eine enorme Verkehrsbelastung zu erwarten - mit 340 Lkw am Tag. Das sind elf Stunden durchgehend alle zwei Minuten ein Lkw. Durch Siedlungsgebiet, in dem Kinder spielen, viele alte Menschen ihren Lebensabend verbringen. Es wird die Hölle!
Ich weiß natürlich nicht, mit wem der ÖBB-Projektleiter gesprochen hat. Mit mir zum Beispiel nicht. Und auch nicht mit mindestens 20 Nachbarn - alles direkt Betroffene. Hätte nicht ein Anrainer durch Zufall davon erfahren, dass am 9. August die Frist endet, um Parteienstellung bei der bevorstehenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu erwirken, dann hätte das niemand von uns gewusst und wir hätten alle Einspruchsmöglichkeiten für immer verloren. Aktive Informationspolitik stelle ich mir anders vor.

Johann Oberauer, 5161 Elixhausen

Aufgerufen am 22.09.2019 um 10:10 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/informationspolitik-sieht-anders-aus-75106930

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