Leserbrief

Ist das Raserei-Problem analytisch anzugehen?

Zu "Raserei auf den leeren Straßen in Salzburg nimmt kein Ende" von Berthold Schmid (SN vom 8. 4. 2020):

Herr Berthold Schmid beruft sich in seinem Beitrag auf Dr. Wolf-Dietrich Zuzan, welcher den meisten dieser gefährlichen Rasern eine psychopathologische Diagnose zuschreibt. Ich ärgere/empöre mich seit Jahrzehnten über die Unverfrorenheit von Rasern auf Motorrädern und mit vierrädrigen Bolliden. Auch in vor-coronalen Zeiten wurden von diesen Menschen Unfälle verursacht und mit ihrem Lärm im Sommer verpesten sie die Umwelt.

Es stellen sich folgende Fragen, nachdem Herr Zuzan ja nicht allen Rasern "Persönlichkeitsstörung" zuschreibt: Welche Erklärung findet der Psychologe für die "in ihrer Persönlichkeit nicht gestörten" Raser und Raserinnen? Ist es überhaupt richtig, auf individueller Ebene das Raserei-Problem analytisch anzugehen? Welche Störung liegt in unserer Gesellschaft vor, wenn praktisch für jeden Menschen "Bolliden" erzeugt werden und käuflich erwerbbar sind, welche Geschwindigkeiten erlauben, welche nur auf Rennstrecken überhaupt legal zu erreichen sind? Weit verbreitete und gesellschaftlich erlaubte, wirtschaftlich gewünschte "Waffen auf Rädern", das sind für mich sogenannte hochgezogene/hochgezüchtete Motorräder und Automobile. Nachschulung für Menschen/Lenker/-innen mit Persönlichkeitsstörung - wie von Herrn Zuzan vorgeschlagen: Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Hans Peter Radauer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 27.10.2020 um 07:48 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/ist-das-raserei-problem-analytisch-anzugehen-86366518

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