Leserbrief

Jahreswechsel anders feiern

Wie erwartet und befürchtet war der Jahreswechsel wieder einmal Anlass für Unvernunft, Leichtsinn und Rücksichtslosigkeit. Neben Lärmbelastung, Luftverschmutzung und Gefährdung von Mensch und Tier sind Verletzungen oder wie heuer gar Todesfälle die zweifelhafte Bilanz der Silvesternacht. Benötigten wir wirklich diese überaus schädlichen und gefährlichen Rituale um den Jahreswechsel in fröhlicher Feierstimmung zu erleben? Wie lange noch wollen wir nicht wahrhaben, dass unsere Freudenraketen im Fernen Osten unter erbärmlichen Bedingungen erzeugt werden? Jeder bestaunte Glitzerball am Himmel könnte auch einer sein, der durch Kinderhände geformt wurde. Das ganze Jahr ist das Thema Umweltverschmutzung Top-Thema. In der Silvesternacht erzeugen wir so viel Rauch, Staub und schädliche Verbrennungsgase, dass nicht nur das Atmen schwer fällt, sondern auch der gesamt jährliche Umweltschutzgedanke konterkariert wird.

Stundenlange Lärmbelästigung, die um Mitternacht zu einem Kriegsähnlichen Lärmorkan ausartet, überzieht Innenstädte, Wohnbereiche und Lärmgeschützte Zonen. Niemand bietet diesem ausartenden Verhalten Einhalt und begrenzt Zeit und Raum der Raketenorgien. Am Neujahrstag sind natürlich alle Abschussvorrichtungen, Verpackungsmaterial und leere Alkoholbehältnisse vor Ort noch vorhanden, denn kaum jemand nimmt den erzeugten Dreck mit und entsorgt diesen artgerecht. Noch schlimmer sind die Verletzungen, die durch Leichtsinn, Alkoholeinfluss und Missachtung der Sicherheitsbestimmungen entstehen. Neben dem menschlichen Leid entstehen Folgekosten für ärztliche Behandlung und Wiederherstellung der Gesundheit. Es ist höchst an der Zeit, über unser Verhalten zum Jahreswechsel nachzudenken und vielleicht vernünftigere und fröhlichere Rituale zu finden, als die aktuellen, die zunehmend und berechtigt in der Kritik stehen.


Franz Peer, 4030 Linz

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