Leserbrief

Jeder kann es beobachten, der sich etwas Zeit nimmt.

Ich habe Herrn Radlegger als zielstrebigen, tüchtigen Sachpolitiker kennen und schätzen gelernt. In seinem Leserbrief "Keine kriminelle Bettelmafia" (SN vom 4. Mai) legt er mir Begriffe in den Mund, die ich nicht gebraucht habe. Ich habe nicht von einer Bettelmafia gesprochen, sehr wohl aber von einem organisierten Geschäftsmodell. Das kann jeder beobachten, der sich etwas Zeit nimmt - etwa um die Aufmärsche der Bettler zu beobachten, die Verteilung der Plätze. In Banken kann man beobachten, wie Bettler von "Begleitpersonen" zu den Münzzählern begleitet werden und diese "Begleitpersonen" dann das Geld in Empfang nehmen.
Herr Radlegger meint, ich sollte mich bei der Polizei erkundigen. Das tue ich, aber nicht bei den höheren Rängen, sondern an der Basis, die tagtäglich mit den Bettlern konfrontiert ist. Und wenn er zum Vorfall bei der Franziskanerkirche meint, da stehe Aussage gegen Aussage, dann ist schon eines festzuhalten. Die rumänischen Bettler haben vor dem Eingang so lautstark randaliert, dass sich Pater Oliver und Beichtende im Beichtraum gestört fühlten. Als er dann hinausging, um Ruhe zu schaffen, wurde er von den Bettlern attackiert. Die Aggression ging also eindeutig von ihnen aus. Dass er sich verteidigte, so gut es ging, leuchtet jedem Vernünftigen ein.
Den Vorwurf der Einseitigkeit kann ich an Herrn Radlegger nur zurückgeben. Er fällt ja seit längerem als Fürsprecher der so genannten "Notreisenden" auf, mit denen Rumänien einen Teil seiner sozialen Probleme exportiert.

Hans Kutil, 5023 Salzburg-Guggenthal

Aufgerufen am 25.01.2021 um 12:09 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/jeder-kann-es-beobachten-der-sich-etwas-zeit-nimmt-69851092

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