Leserbrief

"Kapital - das scheue Reh"

Beim Wiederaufbau nach der Krise müssen wir alle den uns möglichen Beitrag leisten, ist jetzt oft zu hören und es kann nicht so weitergehen wie bisher. Dieser Meinung kann ich voll zustimmen, denn sonst hätten wir aus der Krise nichts gelernt.
Die Forderung nach Vermögenssteuern kategorisch abzulehnen, weil das Kapital ein "scheues Reh" ist, kann ich jedoch nicht nachvollziehen, denn das würde bedeuten: So weiter wie bisher. Für mich geht die gesellschaftliche Verantwortung vor Profitinteressen und wir müssen endlich dem "Kapital, diesem scheuen Reh, Grenzzäune setzen":
• durch ein gerechteres Steuersystem (Vermögenssteuern Erbschaftssteuer),
• durch die Einführung einer Transaktionssteuer und
• durch geeignete Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung und die Verschiebung von Kapital in Steueroasen.
Wir brauchen dieses "scheue Reh" zum Wiederaufbau jetzt dringender denn je und dieses "scheue Reh" würde kaum etwas spüren davon. So würde jede/-r ihren/seinen möglichen Beitrag für eine menschenfreundliche gemeinsame Zukunft leisten. Viele unserer Mitmenschen machen das schon jetzt weit über das Normalmaß hinaus in bewundernswerter Weise.

Hans Riedler, 4040 Linz

Aufgerufen am 25.11.2020 um 06:36 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kapital-das-scheue-reh-86274367

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