Leserbrief

Kein Platz für Marko Feingold und Stefan Zweig

Die gegenwärtige Suche nach einem geeigneten Platz oder einer Straße für Marko Feingold ist in der Tat äußerst peinlich, wie Herr Prof. Reinartz in seinem Leserbrief treffend anführte. Vor allem die öffentliche Diskussion, bei der Politiker sich gegenseitig Vorschläge zuwerfen, ist ein entbehrliches Schauspiel und der Stadt Salzburg nicht würdig. Warum wird diese Thematik nicht mit Experten intern diskutiert, entschieden und dann realisiert?

Auch die Tatsache, dass einer der größten Literaten Österreichs hier kaum gewürdigt wird, ist beschämend. Stefan Zweig, ehemals hier ansässig und weltweit geschätzter Autor gerät in Salzburg immer mehr in Vergessenheit. Bei den Festspielen wird sein Werk seit Jahren ignoriert, erst recht im Jubiläumsjahr. Aber Stefan Zweig war ja schon zu Lebzeiten in Salzburg unerwünscht. Der so hoch geschätzte Hugo von Hofmannsthal hat sich damals dafür eingesetzt, dass Zweig von den Festspielen ausgeschlossen blieb und nur Proben besuchen durfte. Doch darüber spricht heute niemand mehr und irgendwann wird man in Salzburg auch über den großen Stefan Zweig nicht mehr stolpern.


Christian Leimer, 5071 Wals-Siezenheim

Aufgerufen am 01.12.2020 um 11:01 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kein-platz-fuer-marko-feingold-und-stefan-zweig-92388085

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