Leserbrief

Kein Verständnis für den Elternboykott

Als Lehrerin und Mutter ist für mich der Elternboykott gegen die Standardüberprüfung im Fach Englisch (SN, 4. 4.) unverständlich. Das Argument, dass bei einem solchen Test die individuellen Stärken und Begabungen von Schülern und Schülerinnen nicht messbar wären und untergingen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Im Fach Englisch werden bei der Bifie-Standardüberprüfung alle vier Teilkompetenzen einer Fremdsprache überprüft und auch bewertet: Hörverstehen, Leseverstehen, Schreiben, Sprechen. Sollte also ein/-e Schüler/-in Schwächen in einer Teilkompetenz haben, wird sich das zwar zeigen, jedoch wird auch seine/ihre Stärke in einer anderen Teilkompetenz sichtbar.
Ich sehe daher eine solche Standardtestung nicht nur als sehr wertvolles Instrument der Rückmeldung für alle Lehrer und Lehrerinnen, sondern auch für alle Eltern. Schneidet mein Kind etwa im Bereich Hörverstehen oder Leseverstehen nicht so gut ab, werde ich es ermutigen, sich Serien oder Filme auf Englisch anzusehen bzw. Bücher in Englisch zu lesen.
Interessanterweise schafft es das Montessori-Oberstufenrealgymnasium in Grödig, seine Schüler/-innen auf den Grundlagen der Montessoripädagogik zu unterrichten und gleichzeitig erfolgreich auf die standardisierte Reife- und Diplomprüfung vorzubereiten, zu der die Schüler/-innen auch tatsächlich antreten und der sie nicht (entschuldigt durch die Eltern) einfach fernbleiben.

Maria Huber, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 30.10.2020 um 10:06 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kein-verstaendnis-fuer-den-elternboykott-68491546

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