Leserbrief

Keine Windräder in alpiner Bergwelt in Salzburg

Zum Leserbrief "Windräder sind Boten der Energiewende" von Franz Kok am 13. 10. 2021 im SN-Lokalteil:

Im Bundesland Salzburg gibt es Gott sei Dank noch keine Windräder. Nun ist es wieder ein heißes Thema. Mit Staunen muss man feststellen, mit welcher Dreistigkeit die Lobby der Windkraft-Betreiber der Bevölkerung beibringen möchte, wie ökologisch und ökonomisch diese Windräder seien. Laut Windmessungen erzeugt ein Windrad im Jahr ca. 2000 Stunden Strom. Ein Jahr hat aber 8760 Stunden. Pro Windgenerator sind rund 1000 Liter Getriebeöl notwendig. Bei einem Defekt ist die Folge Grundwasserverschmutzung. Pro Windrad fallen mehr als zweitausend Kubikmeter Aushub an, danach wird mit Stahlbeton befüllt. Pro Windrad werden ca. zweitausend Quadratmeter Boden versiegelt. Zufahrtsstraße muss für 80
Tonnen Nutzlast errichtet werden. Ableitung muss zum nächstgelegen Umspannwerk erfolgen.

Ökologisch gesehen wird mit dem Bau von Windindustrieanlagen an der kleinsten Schraube gedreht. Es ist darauf zu achten, dass mit dem Ausbau von alternativen Energiequellen nicht genau das zerstört wird, das man eigentlich bewahren will. Windräder dienen nur zur Gewinnmaximierung und verschandeln unsere noch zum größten Teil intakte Naturlandschaft. Wir alle zahlen den Ökostrombeitrag, aus diesem Topf bekommt die Lobby der Windkraft-Betreiber
die Förderung. Manche Politiker unterstützen diese Vorgangsweise, gegen den Willen der Bevölkerung und Natur schützenden Organisationen, aber zu Gunsten der Windkraft-Betreiber-Lobby, ohne Rücksicht auf unsere schöne Naturlandschaft und Bergwelt.

Einige Kilometer von dieser Stelle ist der Nationalpark Hohe Tauern, das Naturjuwel Blausee. Auch der Naturpark Riedingtal grenzt an. Der Biosphärenpark Lungau, die Zugvögel, Rauhfußhühner, der Steinadler, Bartgeier u. v. m. Daher fordern wir, keine Windräder in alpiner Bergwelt in Salzburg zu genehmigen. Nicht unwesentlich ist auch die Problematik, dass der Tauernhöhenweg von der Südwiener Hütte zur Franz-
Fischer-Hütte über das Windsfeld führt und dieser von einem eventuellen Eiswurf von den Rotorblättern, der auch an kälteren Sommertagen möglich ist, und im Winter die Skitourengeher betroffen sind. Steht dann ein Schild "Tauernhöhenweg wegen Eiswurf gesperrt"? Daher ein klares Nein der Windräder in alpiner Bergwelt.

In Salzburg gibt es über 506 Wasserkraftwerke, die an 365 Tagen 100 Prozent Ökostrom erzeugen. Daher brauchen wir in Salzburg keine Flatterstrom erzeugenden Windräder.

Matthias Prodinger, 5582 St. Michael im Lungau

Aufgerufen am 24.10.2021 um 05:43 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/keine-windraeder-in-alpiner-bergwelt-in-salzburg-110880796

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