Leserbrief

Keine Wunderwuzzis (oder) nicht gleich verdammen!

Mückstein geht, Rauch kommt. Kommen und Gehen ist normal, aber so viel Politiker-Wechsel ist nicht banal. Der zwölfte (!) Wechsel in der türkis-grünen Regierung, man kann es gar nicht glauben. Politik ist wohl ein harter und brutaler Job. Eigentlich ist es viel mehr als ein Job, es ist Dienst am Bürger inmitten einer Gesellschaft, die sich ändert und vor allem inmitten von immer mehr Zwängen und Vorgaben. Manche Politiker gehen ja nicht, weil sie ihre Überforderung selbst spüren, sondern weil sie gegangen werden. Manche überschätzen sich und gehen voreilig in die Politik, anstatt zum Lockruf nein zu sagen. Ein Punkt ist wohl auch festzustellen: Kleinste Fehler werden medial aufgeblasen und parteipolitisch ausgeschlachtet. Gnadenlos wird geurteilt und verurteilt. Angemessenheit täte dagegen not. Verziehen wird ohnehin nicht oder kaum. Hier sollte man klarmachen, dass Politiker keine Wunderwuzzis sind. Sie brauchen ein breites Umfeld, das sie konstruktiv unterstützt und immer auch kritisches Feedback gibt - fürs erforderliche "learning by doing".

Karl Brunner, 9020 Klagenfurt

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