Leserbrief

Kickl und die Opposition

Die (!) Opposition, wie Herr Koller suggeriert, gibt es nicht (Leitartikel, SN v. 9.3.). Sondern drei Oppositionsparteien mit diametral entgegengesetzten Meinungen und Zielen. Sozialdemokraten und Neos wollen mit Kickl sicher nicht gleichgesetzt werden.

Nichtsdestotrotz gelten auch für den lauten Blauen die in der Bundesverfassung garantierte Meinungs- und Redefreiheit sowie das Demonstrationsrecht. Auch das Recht, als Trittbrettfahrer auf den Zug aufzuspringen. Zu der Meinung, dass der Kanzler weg müsse, kann man stehen wie man will, illegitim ist es nicht, sie zu äußern. Soweit ist der Abbau unserer Grundrechte noch nicht gediehen. Dass Identitäre, Antifa und andere die Demonstrationen als Bühne für ihre Krawalle nutzen und sie ad absurdum führen wollen, ist nicht Kickls Schuld, sondern eher die des Innenministers, der schon von seinem Auftrag her dem Treiben antidemokratischer Randgruppen einen Riegel vorzuschieben hätte. Für Kickl ist die Sache wohl eher peinlich. Nicht aber für eine Regierung, welche die Dinge eskalieren lässt, um dann theatralisch die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und unterschwellig gleich alle Maßnahmenkritiker und -gegner mit Radaumachern in einen Topf zu werfen. Übrigens erinnere ich mich an Zeiten, in denen Kickl als hochgeschätzter Regierungskollege Kurzens und Nehammers amtierte.

Mag. Dr. Karl Edlinger, 4060 Leonding

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