Leserbrief

Klare Regeln für Familienveranstaltungen gefordert

In einer Familie war für den 17. März 2020 eine Hochzeit mit ungefähr 100 Verwandten und Freunden, wie bis dorthin üblich, fix geplant. Durch den Lockdown Mitte März musste alles abgesagt werden. Aber weil es sich damals um ein verordnetes Betretungsverbot der Regierung gehandelt hat, konnten die Verträge mit Event-Location, Caterer, Musikern etc. kostenlos storniert werden.

Nunmehr ist die Hochzeit für einen neuen Termin im Herbst geplant. Nach den bis vor kurzem noch verbindlichen Vorgaben des Gesundheitsministeriums wäre dies auch mit 100 Personen möglich gewesen. Mit den steigenden Fallzahlen wird jetzt alles immer unsicherer. Aber die Regierung will nun auf einmal alles vermeiden, was man auch nur irgendwie als "Lockdown" verstehen könnte. Daher gibt es derzeit nur die "Empfehlungen", familiäre Veranstaltungen nur mit maximal 25 Personen abzuhalten.

Liebe Regierung, was sollen die Brautleute nun tun? Die in etwa einem Monat geplante Hochzeit neuerlich absagen und auf erheblichen Kosten sitzen bleiben? Oder sollen sie verantwortungslos handeln und einen möglichen 100 Personen umfassenden Corona-Cluster provozieren?

Wollen die Brautleute - so wie es die Regierung verlangt - verantwortungsvoll handeln, dann müssen sie die nun für Oktober geplante Hochzeit ein zweites Mal absagen. Da es aber jetzt nur eine Empfehlung, aber kein Verbot von Familienveranstaltungen mit mehr als 25 Personen gibt, hat dies fatale Konsequenzen: Die Brautleute bleiben auf allen Stornokosten sitzen!


Dr. Philipp Bauer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 29.11.2020 um 06:23 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/klare-regeln-fuer-familienveranstaltungen-gefordert-92379667

Schlagzeilen