Leserbrief

Klarstellung zu Uni-Leserbrief

Zum Leserbrief "Rektor beendet illegalen Zustand" in den SN vom 12. 12. 2020 nehmen wir als (Vize-)Dekane/-innen der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät (KGW) sowie der Katholisch-Theologischen Fakultät (KTH) der Universität Salzburg wie folgt Stellung:

Der Leserbrief des ehemaligen Kollegen Hubert Haider enthält Behauptungen, die einer einfachen Überprüfung nicht standhalten.

Falsch ist, dass es an den beiden Fakultäten keinen Forschungsbereich, kein extern gefördertes Doktoratskolleg und kein ERC-Projekt gebe. Richtig ist etwa, dass an der KGW seit 2017 ein vom ERC gefördertes Projekt ("Tradepower") im Fachbereich Politikwissenschaft angesiedelt ist. Weiters beheimatet die KGW seit 2016 den vom FWF geförderten Spezialforschungsbereich (SFB) "Deutsch in Österreich", der am Fachbereich Germanistik in Zusammenarbeit mit den Unis Wien und Graz durchgeführt wird; dieser SFB ist heuer für weitere vier Jahre verlängert worden.

Als Beispiel für die KTH sei das Doktoratskolleg "Kulturen - Religionen - Identitäten" genannt. An der KGW-Fakultät wurden in den Jahren 2017 bis 2019 9,7 Millionen Euro Drittmittel eingeworben, an der wesentlich kleineren KTH im selben Zeitraum 1,6 Millionen. Der überwiegende Anteil davon wurde im Rahmen kompetitiver Verfahren mit internationaler Begutachtung erzielt.

Gegen externe Evaluierungen sperrt sich niemand an der Universität Salzburg - solange Parameter und Kriterien offengelegt werden. Bekanntlich werden Forschungsleistungen jedoch nicht allein an der Anzahl und der Höhe der Drittmittelförderung bemessen. Gerade in den sogenannten "Buchwissenschaften" ist Forschung, die sich in Monografien niederschlägt, ein wichtiger Maßstab. Betont sei in diesem Zusammenhang schließlich, dass der vom Kollegen Haider angeführte §14 UG auch die Beurteilung der Lehre als Bezugsgröße der Evaluierung und Qualitätssicherung festhält. Diese ist natürlich in der KGW- und in der KTH-Fakultät, die beide stark in die universitäre Lehrer/-innenbildung eingebunden sind, von mindestens ebenso großer Bedeutung wie die Forschungsleistung.

Univ.-Prof. Dr. Stephan Elspaß, Ao. Univ.-Prof. Dr. Alois Halbmayr, Univ.-Prof. Dr. Martin Knoll, Univ.-Prof. Drin Imke Mendoza, Univ.-Prof. Drin Angelika Walser, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 09.08.2022 um 05:54 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/klarstellung-zu-uni-leserbrief-96999547

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