Leserbrief

Kleinstrukturiert und naturnah

Zum Leserbrief "Die wahre Tragödie der Landwirtschaft" von Dr. Winfrid Herbst, Vorsitzender des Naturschutzbunds Salzburg (SN vom 25. 5. 2019):
In Ihrem Leserbrief findet eine sehr überspitzte/negative Darstellung der Landwirtschaft statt. Grundsätzlich kann ich sagen, dass wir hier im Salzburger Land stolz auf unsere kleinstrukturierten Familienbetriebe sind, die allesamt naturnah wirtschaften. Unsere landwirtschaftlichen Flächen werden in Kreislaufwirtschaft bewirtschaftet und stellen daher kaum einen Verlust der guten Böden dar.

Im Ackerbau gibt es keine "offenen" Böden, das heißt, es werden Fruchtfolgen eingehalten - sprich: Nach dem Getreidebau wird eine Zwischenfrucht angebaut, welche das Bodenleben stärkt und den Humusaufbau fördert. Jeder Bauer weiß, dass nur ein fruchtbarer Boden auf lange Sicht guten Ertrag bringt - aus diesem Grund legen wir höchsten Wert auf gesunde Böden. Wir wirtschaften also mit der Natur und nicht dagegen! Im Land Salzburg ist im Flachgau eine intensivere Nutzungsform aufgrund der Bodenbonität möglich. Die Gülle ist ein Motor des Pflanzenwachstums. Zur richtigen Zeit angewendet, verdünnt und aufbereitet, ist sie bei Weitem nicht so schädlich, wie Sie schreiben. Ein "natürlicher" Dünger, welchen der Bauer nicht zukaufen braucht, weil er im Betrieb naturgemäß anfällt.

In intensiv genutzten Gebieten werden punktuell immer mehr Bienenweiden angelegt, die Insekten und Bienen
als Inseln und Lebensraum dienen.

Der Strukturwandel ist in der Landwirtschaft sicherlich ein großes Thema, aber speziell in Salzburg gibt es viele hoch motivierte, gut ausgebildete, engagierte Jungbäuerinnen und Jungbauern - auch großteils durch die Landjugend mit der Landwirtschaft verwurzelt.
Darauf sind wir sehr stolz!


Nicole Leitner,, Kastnerbäuerin aus Anif, Landesobmann-Stv. des Sbg. Bauernbunds, 5081 Anif

Aufgerufen am 21.11.2019 um 05:44 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kleinstrukturiert-und-naturnah-71299525

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