Leserbrief

Klimahysterie

"Gebt es Kaisers, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist." So steht es schon in der Bibel. Wenn Stadt und Land Salzburg alle erforderlichen Genehmigungen zum Ausbau der Parkgaragen im Mönchsberg - im öffentlichen Interesse - erteilt haben, warum soll da plötzlich im Nachhinein unserer verehrter Herr Erzbischof sich querlegen?

Vermutlich dürfte es sich um einen verspäteten 1. April-Scherz bei dem Leserbrief vom 10. April in den SN handeln, oder um Realitätsverlust/verweigerung oder um eine Wichtigtuerei selbsternannter Experten zur Rettung des Weltklimas. Jedenfalls ist es eine Respektlosigkeit einem hohen Kirchenvertreter gegenüber, ihn an den medialen Pranger zu stellen, oder um die katholische Kirche als solche grundlos zu instrumentalisieren und damit zu diffamieren.

Es ist für mich als Geowissenschaftler und für alle ideologisch nicht verblendeten Mitmenschen nicht einsichtig, warum ein Dieselfahrverbot in einigen Straßen von Stuttgart oder eine größere Tiefgarage in Salzburg das Weltklima beeinflussen und erst recht retten sollte. Zum Vergleich mit den gewaltigen Buschbränden in Australien und derzeit mit den großen Waldbränden in der Ukraine sind das nicht einmal Bruchteile von Nanogramm zusätzlichem natürlichen CO2! Eine Atmosphäre und damit ein permanent sich änderndes Weltklima ist seit dem Anbeginn vor 4,6 Milliarden Jahre ein Kennzeichen unserer Erde. Das hat sich, ohne Zutun des Menschen, im Laufe der Erdgeschichte mehrmals gravierend geändert. Das sollte man eigentlich aus dem Geografie-Unterricht mitbekommen haben.

Der "Fridays for Future"-Bewegung gegenüber war ich anfangs recht positiv eingestellt. Das änderte sich aber, als ich zufällig an einem schulfreien Freitag am Wiener Westbahnhof nur zahlreiche Polizisten, aber keine Demonstranten sah. Erst nach Einweisung durch die Polizei fand ich das kleine Grüppchen von Berufsdemonstranten und Klimarettern, erkennbar an den eingerollten Transparenten. Dass man das Weltklima durch einige Demos in der Schulzeit retten kann, ist daher pure Klimahysterie. Auch dürfte es, außer der neuen schwedischen Säulenheiligen Greta, nur einigen politisch indoktrinierten Egomanen und Weltverbesserern dienlich sein.

Das grundsätzliche Anliegen jedes mündigen Menschen sollte jedoch sein, pfleglich mit unserer Mitwelt sowie mit den beschränkten Ressourcen unseres blauen Planeten umzugehen. Der liebe Gott hat bei Schöpfung der Welt gemäß Bibel zwar wohlwollend dem Menschen gestattet, sich die Erde untertan zu machen. Von plündern, übernutzen und vernichten war aber nicht die Rede. Für ein entsprechendes Privatissimum stehe ich Frau Dafert und ihrem Team gerne zur Verfügung.

Prof. Dr. G. L. Fasching, (Wien-Salzburg)

Aufgerufen am 28.11.2020 um 01:11 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/klimahysterie-86547520

Kommentare

Schlagzeilen