Leserbrief

Klimakollaps gemeinsam verhindern

Klimakollaps und Umweltschutz sind das Thema unserer Zeit und kaum jemand, der sich nicht mit diesen Herausforderungen beschäftigt. Die Politik hat erkannt, die Menschen erwarten nun Konzepte und Maßnahmen, wie der drohende Klimakollaps verhindert wird. Es fehlt auch nicht an Ideen und Vorschlägen, was zu tun ist. Es bedarf jedoch dringend der übergreifenden Bündelung und Zusammenführung dieser. Noch überwiegt die Einstellung, dass die eigenen, präsentierten Vorschläge die einzig richtigen, geeigneten Lösungsansätze sind. In Diskussionsrunden ist auch immer wieder zu beobachten, dass kaum Bereitschaft besteht, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse als fundiert zu akzeptieren und diese in die eigene Standpunktbildung einzubeziehen.

Einmal eingenommene Positionen werden beharrlich verteidigt und jede andere Meinung wird bereits im Wortansatz mit Kopfschütteln zurückgewiesen. Bei den besonders Engagierten steht der Totalitätsanspruch mit einem kategorischem entweder oder im Vordergrund. Diese Denkweise führt zu Blockade, Ablehnung und Gesprächsverweigerung. Das sowohl als auch muss im Mittelpunkt stehen. Weder ein weiter so, noch die Rückkehr in die vorindustrielle Zeit ist erfolgversprechend, machbar oder zumutbar. Die besondere Herausforderung für die Politik besteht jetzt in der Forderung nach übergreifender Gesprächsbereitschaft. Alle Ideen und Vorschläge müssen zusammengeführt und objektiv auf die Machbarkeit geprüft werden. Dabei werden auch Einschränkungen der individuellen, persönlichen Lebensweise unabdingbar sein. Das wird jedoch nur durch Bewusstseinsbildung und Überzeugungsarbeit möglich sein. Umweltbewusstsein kann nicht per Gesetz oder Verordnung erzwungen werden. Freiwilliger, persönlicher Verzicht zum Schutz der Umwelt und einschränkende Maßnahmen zur Klimarettung werden nur dann akzeptiert und gelebt, wenn diese von den Betroffenen verstanden und gewollt werden. Ein von oben gesetzlich verordneter Umweltschutz mit rigorosen Verboten und moralisierende Zeigefinger wird als Bevormundung verstanden und bewirkt das Gegenteil. Die Politik ist gefordert Klimarettung und Umweltschutz als gemeinsame existenzielle Herausforderung begreifbar zu machen und dann unter Einbindung Aller die erforderlichen Maßnahmen treffen. Es ist Zeit, endlich vom Reden ins Tun zu kommen.


Franz Peer, 4030 Linz

Aufgerufen am 15.01.2021 um 03:28 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/klimakollaps-gemeinsam-verhindern-80294983

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