Leserbrief

Klimakrise: Wo ist der Notausgang?

Auswege aus der Klimakrise wurden im SN-Saal am 21. Oktober 2019 besprochen und intensiv diskutiert. Hier meine Beobachtungen und Frage:

Das 2050 Programm der Salzburger Landesregierung verfolgt einen progressiven Klimaschutzansatz. Bis 2050 sind wir bei Verdoppelung der aktuellen regionalen Energieaufbringung aus erneuerbaren Energien demnach klimaneutral. Das entspricht der Jahreserzeugung von 120 Salzachkraftwerken. Bei (erstmaliger!) Senkung des Energieverbrauchs reichen auch etwas weniger. Da diese Kraftwerke an der Salzach nicht mehr Platz haben, werden wohl auch andere erneuerbare Energieträger für die Zielerreichung benötigt.
Die politische Mechanik der Energiepolitik Salzburgs tickte in den letzten Jahrzehnten anders als es für die Erreichung der 2050 Ziele erforderlich ist. Da entschließt sich ein Landeshauptmann beim Spaziergang entlang der Mur, dass dort die landeseigene SalzburgAG nun doch kein Kraftwerk errichten soll. Ein vom Land gewünschtes Geothermieprojekt versenkt die SalzburgAG als unwirtschaftlich. Die Erkenntnis des Landeshauptmanns, dass Salzburg auch ohne Windräder komplett sei, beflügelt die Einsicht der Bürgermeister des Lungau, nach 15 Jahren Windenergieentwicklung in der Region noch weitere 10 Jahre Nachdenkpause zu brauchen.
Woher können wir ableiten, dass die Kapazität unserer Landespolitik im Management des 2050 Programms ab 2021 völlig neue Kapazitäten und einen Willen auch für die Umsetzung von sonst "papierenen" Plänen aufbringen will? Enthält das gerade abgeschlossene Kooperationsabkommen zwischen Land Salzburg und SalzburgAG Projekte, welche uns auf den Nachhaltigkeitspfad bringen? Werden private Projektinitiativen auch unterstützt oder müssen diese weiterhin entscheiden ob sie den Konkursrichter oder die stille Liquidation ihrer Projektideen einleiten wegen Aussichtslosigkeit von Genehmigungsverfahren? Bedarf es der Wiederbelebung des Mythos der "Helden von Kaprun" damit wieder politische Verantwortung und Gestaltungswille einziehen in dieses Land? Die Zielsetzungen bis 2020 sind bereits verfehlt und ad acta.


Franz Kok, 5020 Salzburg

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