Leserbrief

Klimanotstand in Österreich

... ein abscheuliches Wort, das uns alle erschreckt

Aber was steckt dahinter?

Fortpflanzung
Nahrung
Wohnung
Arbeit
Mobilität
Information …....

Das sind wichtige Säulen, auf denen die heutige Welt steht und die alle mit CO2 Ausstoß verbunden sind.
Wenn wir also signifikant gegensteuern wollen, müssen wir diese Säulen umweltverträglich gestalten. Das wäre dann

Beschränkung der Fortpflanzung
Ausschließlich biologische Erzeugung der Nahrung
Wohnbauten aus biologischen Baustoffen
Emissionsarme Produktion
Emissionsarme Mobilität
Einschränkung der Infomation

Aber diese Forderungen lassen sich nicht mit dem Wunsch nach grenzenlosem Wachstum in Einklang bringen. Der Wohlstand hängt in hohem Maß an einer florierenden Wirtschaft. Keiner will ihn opfern und noch mehr wollen ihn erst noch erreichen. Wir befinden uns in einer schwierigen Lage.
Dass das Klima zum Politikum geworden ist, darf einen nicht wundern. Alle springen darauf an und wollen sich profilieren. Leider hat jede Maßnahme auch Konsequenzen, die wir nur ungern in Kauf nehmen wollen.
Im Grunde aber geht es nicht nur ums Klima, sondern auch um Geld. Solange es Emissionszertifikate zu kaufen gibt - das heißt, solange die Einsparung eines CO2 Kontingentes teuer an andere verkauft werden kann, ändert sich nichts. Und - ich weiß nicht, was mit dem Geld passiert. Werden damit die Umweltschäden repariert? Wer? Was? Wann? Wo? Umweltschutz sollte effektiv sein. Wenn ich jeden Tag eine Gabel weniger in den Geschirrspüler räume, wird sich nichts ändern. Möchte ich etwas ändern, dann muss ich schon den ganzen Abwasch mit der Hand machen.
Das aber will wahrscheinlich keiner. Oder wenn ich auf einen Flug verzichte - das Flugzeug wird fliegen, solange es fliegen darf. Es ist alles eine Frage des Geldes. Klingt banal, ist aber so. Die Masse wird die Auswirkungen des Umweltschutzes zahlen. Die Reichen werden leben wie bisher. Vor Augen habe ich die Schwellenländer. Wenn z.B. der Touristenstrom dort abreißt, sind viele arbeitslos. Auch eine Konsequenz, die man beachten sollte. Andererseits, was machen Touristen in Kamtschatka und Kreuzfahrtsschiffe im Polarmeer. So etwas wäre tatsächlich verzichtbar und würde niemandem abgehen.
Eine Lösung des Problems wird sich nicht einfach aus der Tüte schütteln lassen. Es muss die ganze Welt eingebunden werden. Es hat keinen Sinn, hier in Österreich Flickwerk zu betreiben, Plastiktüten zu verbieten, die Menschen hysterisch zu machen und die Thematik zu zerreden. Und nicht zu vergessen: der größte CO2-Produzent ist der Mensch.

Lydia Forster, 5400 Hallein

Aufgerufen am 15.10.2019 um 05:51 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/klimanotstand-in-oesterreich-73156159

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