Leserbrief

Klimasünder an den Pranger

Am 1. November konnte man in einer TV-Satellitenschau verfolgen, wie ein riesiges Sumpfgebiet in Brasilien in Flammen stand. Auch im Amazonasgebiet wurden heuer wieder Flächen im Ausmaß des Bundeslandes Salzburg (!) niedergebrannt. Und dies passiert Jahr für Jahr auch in anderen Gebieten unserer Welt, wobei globale Sauerstoffreservoire unbelehrbar vernichtet werden. Wir brüsten uns, dass wir von 2017 auf 2018 die Emission österreichischer Treibhausgasse um 3,8 Prozent (3,2 Mio Tonnen) vermindern konnten, müssen aber eingestehen, dass die Wirkung unserer Maßnahmen angesichts der Klimasünden andernorts anzuzweifeln sind. Das ist wie der Versuch ein brennendes Haus mit Wassereimern zu retten, während die Brandstifter wie Bolsonaro & Co. die Feuerwehr am Löschen hindern. Die Motivation der Bürger, die gewillt sind, persönliche Beiträge zum Umweltschutz zu leisten, wird unter diesen Vergleichen leiden. Die Ohnmacht, was in Brasilien etc. passiert, braucht daher eine stetige Thematisierung der Ursachen. Es genügt nicht, wenn Fridays for Future allgemeine Appelle zur Klimarettung verbreiten, es sollten auch greifbare Verhinderer an den Pranger gestellt werden. Greta Thunberg und ihre Manager hätten das Zeug, die öffentliche Meinung weltweit zu instrumentalisieren. Die Freitagsdemos hätten treffsicherere Titel auf ihren Transparenten und einer öffentlichen Diskussion darüber könnten sich auch Brasilien und andere Betroffene kaum entziehen. Es gibt ja genug Beispiele, wo der Druck der Straße und der Medien politische Weichenstellungen herbeiführte, wenn die Politik zögerlich oder säumig war. Die Klimarettung wäre einen Versuch wert.

Horst Weber, 5084 Großgmain

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