Leserbrief

Komfortzone längst Vergangenheit

Bezugnehmend auf den Leitartikel "Die Beweise des Grauens" (SN v. 5. April) von Gudrun Doringer kann Folgendes ergänzt werden:
Natürlich bewirkt das bewusste Abdrehen der Gaslieferungen aus Russland auch ein Zurück in unserer Wohlfühl-und-Komfortzone. Aber ist diese denn noch überhaupt vorhanden, angesichts der letzten Bilder aus der Ukraine? Ist es nicht wirklich an der Zeit, selbstverantwortlich zu werden, selbst energiesparender zu leben, um so dem Staat den Ausstieg zu erleichtern? Politiker zeigen Scheu vor solchen Maßnahmen, indem sie stets darauf verweisen, welch hohen wirtschaftlichen Preis ein Gasembargo hätte. Haben sich diese Politiker aber auch jemals vor Augen gehalten, dass man den Wert von Menschenleben nicht nach wirtschaftlichen Kriterien berechnen kann? Unser Friede, unsere Freiheit, unsere Demokratie war jahrzehntelang einfach da. Um diese zu erhalten - was wir gewiss alle wollen- muss jetzt eben ein Preis dafür gezahlt werden. Wir fahren langsamer auf der Autobahn, gehen bewusster mit Energie um, Dinge eben, welche sich jeder leisten kann. Aber vielleicht kann dies dann etwas helfen, diesen schrecklichen Krieg endlich zu beenden.

Mag. Harald Trummer, 8600 Bruck/Mur

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